Die Zukunft der Arbeit 2025 – Ein Wendepunkt für Unternehmen und Gesellschaft
Der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums zeigt mit seltener Deutlichkeit, wie stark sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren verändern wird. Auf Basis einer breit angelegten Befragung von über 800 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen und Regionen entsteht ein Bild, das ebenso Chancen wie Risiken birgt. Während technologische Entwicklungen die Produktivität und Innovationskraft von Organisationen steigern, steht gleichzeitig die Frage im Raum, wie Menschen, deren Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden, in neue Rollen hineinwachsen können. Der Bericht ist kein nüchternes Zahlenwerk, sondern eine klare Mahnung, dass jetzt gehandelt werden muss.
Technologie als Treiber der Veränderung
Im Zentrum der Studie stehen drei Kräfte, die das Arbeitsleben bis 2030 prägen werden: Künstliche Intelligenz, Automatisierung und die grüne Transformation. Die Verbreitung von KI-Systemen reicht inzwischen weit über Pilotprojekte hinaus. Sie sind fester Bestandteil von Entscheidungsprozessen, kreativen Tätigkeiten und Produktionsabläufen. Das führt dazu, dass klassische Routinetätigkeiten in Verwaltung und Fertigung weiter abnehmen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Fachkräften, die nicht nur über technisches Wissen verfügen, sondern auch in der Lage sind, diese Systeme zu überwachen, zu hinterfragen und ethisch einzuordnen. Automatisierung wird damit zum zweischneidigen Schwert: Einerseits steigert sie die Effizienz, andererseits droht sie jene zu verdrängen, deren Kompetenzen sich zu sehr auf wiederholbare Aufgaben beschränken.
Grüne Transformation als Wachstumsfeld
Der zweite grosse Veränderungstreiber ist die Nachhaltigkeit. Der Bericht macht deutlich, dass grüne Technologien und Geschäftsmodelle nicht mehr als Nische betrachtet werden dürfen, sondern zum Kern zukünftigen Wachstums gehören. Berufe im Bereich erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft oder ressourcenschonende Produktion gehören zu den am stärksten wachsenden Feldern. Gleichzeitig geraten jene Branchen unter Druck, die stark von fossilen Energien oder linearen Wertschöpfungsketten abhängig sind. Das bedeutet nicht nur einen Strukturwandel, sondern auch einen tiefgreifenden kulturellen Wandel in Unternehmen, die lernen müssen, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden.
Gewinner und Verlierer auf dem Arbeitsmarkt
Besonders eindrücklich ist die Projektion, dass bis 2030 weltweit rund ein Viertel der heutigen Tätigkeiten verschwinden wird. Diese Zahl mag auf den ersten Blick alarmierend wirken, doch der Report betont ebenso klar, dass gleichzeitig Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen. Entscheidend ist, ob es gelingt, Menschen in diese neuen Rollen zu überführen. Bildung und Weiterbildung werden damit zu den wichtigsten Stellschrauben der Zukunft. Unternehmen, die heute in umfassende Programme für Upskilling und Reskilling investieren, schaffen nicht nur bessere Karriereperspektiven für ihre Mitarbeitenden, sondern sichern sich auch die nötige Innovationskraft, um in einem dynamischen Umfeld bestehen zu können. Lebenslanges Lernen ist längst keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit, die in allen Branchen an Bedeutung gewinnt.
Kompetenzen von morgen
Ein weiterer Schwerpunkt des Reports liegt auf den Fähigkeiten, die in der neuen Arbeitswelt gefragt sind. Dabei wird deutlich, dass sich der Fokus verschiebt: Technologische Fähigkeiten wie Data Literacy oder der souveräne Umgang mit KI-Werkzeugen sind unverzichtbar, aber sie allein reichen nicht aus. Analytisches Denken, Kreativität und Problemlösungskompetenz werden ebenso wichtig, weil sie das Fundament für den klugen Einsatz neuer Technologien bilden. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung sozialer Fähigkeiten. In einer Zeit, in der Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen, sind Empathie, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit jene Qualitäten, die Unternehmen menschlich und widerstandsfähig machen.
Die Rolle von KMU und der Schweiz
Die regionale Perspektive ist ebenfalls bemerkenswert. Während sich in Schwellenländern vor allem neue Chancen im Bereich der grünen Energie und digitalen Infrastruktur eröffnen, stehen hochentwickelte Volkswirtschaften wie die Schweiz vor der Herausforderung, bestehende Strukturen schnell genug zu transformieren. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen wird es entscheidend sein, einerseits Effizienzpotenziale durch KI und Automatisierung auszuschöpfen und andererseits attraktive Arbeitgeber zu bleiben. Wer als KMU den Wandel aktiv gestaltet, indem er Weiterbildungsangebote etabliert, Mitarbeitende in Entscheidungsprozesse einbindet und Nachhaltigkeit als Unternehmenswert ernst nimmt, wird sich im Wettbewerb um Talente durchsetzen können.
Gesellschaftliche Dimension und Risiken
Der Bericht spricht auch eine kritische Dimension an: die Gefahr wachsender Ungleichheit. Wenn Unternehmen nur in hochqualifizierte Fachkräfte investieren, droht ein wachsender Teil der Bevölkerung abgehängt zu werden. Hier sind nicht nur Unternehmen, sondern auch Bildungssysteme und politische Institutionen gefragt. Ohne gezielte Förderprogramme, inklusive Weiterbildungskonzepte und ein gesellschaftliches Bewusstsein für den Wert von Arbeit in all ihren Formen könnte der technologische Fortschritt bestehende Ungleichheiten verstärken.
Fazit: Jetzt handeln
Am Ende zeichnet der Future of Jobs Report 2025 ein Bild einer Arbeitswelt im Umbruch. Er ist keine dystopische Warnung, sondern ein Aufruf zur Gestaltung. Technologie und Nachhaltigkeit eröffnen enorme Chancen, doch sie erfordern Mut zur Veränderung. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, heute die Weichen zu stellen – durch Investitionen in Menschen, in Innovation und in eine Kultur des Lernens. Die Zukunft der Arbeit wird nicht von Maschinen bestimmt, sondern von der Fähigkeit der Gesellschaft, das Zusammenspiel von Mensch und Technologie verantwortungsvoll zu gestalten.
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