Was Mary Meekers neuer Report zur KI über deine Zukunft im Job verrät
Wenn Mary Meeker einen neuen Report veröffentlicht, hören viele in der Tech-Welt genau hin. Und das zu Recht – schliesslich hat sie mit ihren berühmten „Internet Trends“-Berichten immer wieder den Ton für das kommende Jahrzehnt angegeben. Jetzt, im Mai 2025, legt sie mit ihrem Team von BOND Capital einen neuen Megabericht vor: „Artificial Intelligence: Trends, Growth, and Opportunities“ – fast 400 Slides voller Daten, Entwicklungen und Analysen rund um KI. Aber was bedeutet das Ganze konkret für dich – für unsere Arbeit, unsere Jobs und die Zukunft der Wirtschaft?
Kurz gesagt: Die Arbeitswelt steht vor einer radikalen Neuausrichtung. Und zwar schneller, als viele gedacht haben.
Schon auf den ersten Seiten des Reports wird klar, wie rasant sich alles gerade verändert. Die Nutzungszahlen von KI-Anwendungen wie ChatGPT, Claude oder Perplexity sind durch die Decke gegangen. Allein ChatGPT erreichte 100 Millionen Nutzer:innen in weniger als zwei Monaten – das gab’s so noch nie. Zum Vergleich: Instagram oder WhatsApp haben dafür Jahre gebraucht. Für uns heisst das: KI ist nicht mehr ein „Nice-to-have“, sondern wird zum Standard-Werkzeug im digitalen Alltag. Wer heute noch zögert, wirkt bald wie jemand, der 2008 ohne Smartphone unterwegs war.
Auch die Kostenentwicklung ist spannend. Zwar wird das Training der grossen Modelle teurer – die Rechenpower dafür ist immens –, aber die Kosten pro Anwendung („Inference“) sinken rapide. Was früher Wochen dauerte und ein halbes Entwicklerteam beschäftigte, erledigen KI-Modelle heute in Sekunden. Unternehmen erkennen das Potenzial und verlagern Aufgaben wie erste Textentwürfe, einfache Codierung oder Zusammenfassungen zunehmend an Maschinen. Das spart Zeit und Geld – und verändert, was menschliche Arbeit in Zukunft wert ist.
Welche Jobs unter Druck geraten – und welche neu entstehen
Besonders deutlich zeigt der Report, welche Tätigkeiten zuerst betroffen sind. Schreiben, Coden, Präsentieren, Coaching, einfache Entscheidungen treffen – alles Aufgaben, die laut Meeker bis 2030 zu einem grossen Teil durch KI übernommen werden könnten. Das heisst nicht, dass wir alle unsere Jobs verlieren. Aber es heisst: Wir müssen unsere Rollen neu denken.
Gleichzeitig entstehen neue Jobs. Das World Economic Forum geht davon aus, dass durch den KI-Boom netto sogar mehr Jobs geschaffen als vernichtet werden – vor allem in Bereichen wie KI-Operations, Prompt Engineering, Ethik & Compliance oder Datenmanagement. McKinsey spricht in dem Zusammenhang von „Super-Agents“ – KI-basierte Assistenten, die in Zukunft jede einzelne Rolle im Unternehmen unterstützen können. Wer lernt, mit diesen Agenten zu arbeiten – oder sie sogar selbst baut –, verschafft sich einen echten Vorteil.
Was du jetzt tun kannst – und warum es nicht warten sollte
Der Report macht auch klar: Unternehmen und Einzelpersonen müssen jetzt handeln. Die Lernkurve wird nicht flacher. Es reicht nicht, KI einfach nur „mal zu testen“. Wer vorne mitspielen will, sollte anfangen, eigene Use Cases zu entwickeln, Modelle zu verstehen und in die Automatisierung von wiederkehrenden Aufgaben zu investieren. Gleichzeitig braucht es eine klare Governance: Wie gehen wir mit Daten um? Wer trägt Verantwortung? Wie verhindern wir Bias? Diese Fragen müssen früh geklärt werden, sonst wird’s später teuer.
Und die Politik? Die hinkt, wie so oft, hinterher. Wenn KI ganze Berufsbilder verändert, brauchen wir neue Formen der Weiterbildung – z. B. staatlich anerkannte „KI-Führerscheine“ oder offene Lernplattformen. Auch soziale Sicherungssysteme stehen zur Diskussion: Was passiert, wenn klassische Einstiegsjobs verschwinden, bevor neue Rollen entstehen? Ideen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen sind wieder in der Debatte – helfen aber nicht bei der Machtfrage: Wer hat Zugang zu Rechenpower, zu den besten Modellen, zu den Daten?
Fazit: Mary Meekers Bericht ist ein Weckruf. Für alle, die arbeiten. Für alle, die führen. Und für alle, die in Zukunft noch mitgestalten wollen. Die nächsten fünf Jahre werden entscheidend – nicht, weil „die KI uns ersetzt“, sondern weil sie uns zwingt, schneller zu lernen, flexibler zu denken und mutiger umzubauen.
Wenn du also bisher gedacht hast, du könntest KI noch ein bisschen aussitzen – denk noch mal drüber nach. Die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, verändert sich gerade im Rekordtempo. Und du kannst Teil der Lösung sein.